top of page
  • AutorenbildLene

Uni Kassel x Lene Health revolutionieren die psychische Gefährdungsbeurteilung mit dem MABO

Aber mal ganz langsam und von vorne...


Warum psychische Gefährdungsbeurteilung in Unternehmen:

Unsere komplexe Arbeitswelt und ihre dynamischen Rahmenbedingungen unterliegen einem ständigen Wandel, wodurch für viele Beschäftigte nicht nur zusätzliche Belastungen entstehen, sondern sie zudem auch mit stetig steigenden Anforderungen konfrontiert werden. Mit Hilfe von Digitalisierung sollen meist Prozesse effizienter gestaltet, Kosten gesenkt und Gewinne erhöht werden. Jedoch birgt genau dieser Anspruch gewisse Gefahren und erfordert eine Umstellung der Arbeitsweise. Moderne Kommunikationstechnologien ermöglichen zwar eine orts- und zeitunabhängige Tätigkeit, allerdings verschwimmt dabei oftmals nicht nur die Grenze zwischen Berufs- und Privatleben, sondern lässt bei den Mitarbeitenden auch den Druck der permanenten Erreichbarkeit entstehen.

Damit stellt die Arbeit 2021 einen der Top drei Stressverursacher der Deutschen dar. Zusammen mit den hohen Ansprüchen an sich selbst und die Sorge um Erkrankung von nahestehenden Personen, lässt sich die Arbeit als großer Stressfaktor im Alltag vieler Menschen identifizieren (TK-Stressstudie 2021). Die größten Stressoren im Job sind dem Bericht zufolge: zu viel Arbeit, Termindruck, Unterbrechungen bzw. Störungen, Informationsüberflutung und schlechte Arbeitsplatzbedingungen.

Und deshalb ist es wichtig, genau dort mit der Stressprävention anzusetzen, wo Arbeitsbelastungen auch entstehen – nämlich am Arbeitsplatz selbst.

Neben der sich stark ändernden Arbeitsweise, können wir auch eine neue Tendenz des Arbeitsunfähigkeitsgeschehens in den vergangenen Jahren wahrnehmen.

Während früher überwiegend körperliche Belastungen zu Ausfällen führten, rückt heute die psychische Belastung stärker in den Fokus. Krankenkassenberichte belegen die enorme Zunahme psychischer Erkrankungen in den vergangenen Jahren. Dieser Anstieg stellt in Bezug auf die Fehltage durch Arbeitsunfähigkeit laut des DAK-Gesundheitsreports (2018) die auffälligste Entwicklung der letzten 15 Jahre dar. Hinzu kommt die 2020 bedeutend hohe Anzahl an Frühberentungen aufgrund psychischer Erkrankungen, bei der 53% aller Rentenzugänge aufgrund verminderter Erwerbsfähigkeit auf psychische Erkrankungen zurück gingen (BAuA 2022), was im Vergleich zu 2018 ein Anstieg von über 10% darstellt (DAK 2018).

Vor diesem Hintergrund ist es unabdingbar die psychische Belastung am Arbeitsplatz frühzeitig zu erkennen und sie schon in ihrer Entstehung zu reduzieren. Das Ziel einer solchen Beurteilung ist es Arbeitnehmende langfristig vor möglichen psychischen Erkrankungen zu schützen.


Was ist die psychische Gefährdungsbeurteilung?

Das 2013 erweiterte Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG § 4 Abs. 1, § 5 Abs.3, § 6 Abs. 1) nimmt Unternehmen in die Pflicht, die “psychische Belastung von Beschäftigten bei der Arbeit” zu erheben und zu dokumentieren, was als “psychische Gefährdungsbeurteilung” bezeichnet wird.

Ein einheitliches Standardverfahren lässt sich nur schwer festlegen, da aufgrund der Branchendiversität die Erhebung der psychischen Gefährdungsbeurteilung kontextspezifisch gestaltet werden muss. Denn jedes Unternehmen hat seine eigene Organisation, Struktur und Kultur, die unterschiedliche Risiken bergen, weshalb es sich empfiehlt, ein speziell auf das Unternehmen zugeschnittenes Erhebungsinstrument anzuwenden.

Trotz der oben aufgeführten Risiken der psychischen Erkrankung am Arbeitsplatz berücksichtigen lediglich 21% der gesetzlich dazu verpflichteten Betriebe die psychische Belastung in ihrer Gefährdungsbeurteilung (Beck & Lenhardt, 2019).

Dabei zeigt eine Auswertung der Initiative Gesundheit und Arbeit 2015, dass eine Verringerung psychischer Fehlbelastung nicht nur zu einer Steigerung der Zufriedenheit, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Mitarbeitenden führt, sondern sich auch betriebswirtschaftlich für Unternehmen rechnet. Nach Bräunig und Kuhstall (2013) zahlt sich jeder in den Arbeits- und Gesundheitsschutz investierte Euro, mit einem Return on Prevention (ROP) von 2,20€, mehr als doppelt so hoch aus. Eine von Deloitte durchgeführte Studie 2022 zeigt sogar, dass Arbeitgeber für jede Investition in die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden eine durchschnittliche Rendite von 5,30 erzielen, womit das wirtschaftliche Argument, das Wohlbefinden der Mitarbeitenden in den Mittelpunkt zu stellen, eindeutig ist.


Der MABO-Ansatz:

Dass die mentale Gesundheit der Mitarbeitenden durch die damit verbundene erhöhte Leistungsfähigkeit einen immensen Einfluss auf den Erfolg in Organisationen nimmt, ist somit deutlich geworden. Doch wie kann nun der eigene Bedarf im Unternehmen ermittelt werden?

Prof. Dr. Oliver Sträter von der Universität Kassel hat für eine praxisnahe notwendige Umsetzung der psychischen Gefährdungsbeurteilung die Modulare Analyse der Belastungsfaktoren in Organisationen (MABO) entwickelt. Diese orientiert sich an den Leitlinien zur Umsetzung und Durchführung der psychischen Gefährdungsbeurteilung der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA-Arbeitsprogramm Psyche, 2016). Bei dem MABO-Fragebogen handelt es sich um ein ganzheitlich-adaptives Verfahren zur Analyse der Arbeitsplatzbelastung. Hierbei genügt das Tool den wissenschaftlichen Gütekriterien und internationalen DIN-Normen und ermöglicht damit belastbare Aussagen über den psychischen Gefährdungszustand der Mitarbeitenden des Unternehmens. Die vom Gesetzgeber geforderten Bereiche “Arbeitsinhalte”, “Arbeitsorganisation”, “Soziale Beziehungen” und “Arbeitsumgebung” werden berücksichtigt. Ergänzend dazu kann der Bereich „neue Arbeitsformen“ als erheblicher Einflussfaktor erhoben werden. Während mit dem Begriff der psychischen Gefährdungsbeurteilung eher defizitorientierte Auswertungen assoziiert werden, macht das MABO-Verfahren die Stärken und das Potential einer Organisation gleichermaßen sichtbar.

Um Gefährdungen klar erkennen und beurteilen zu können, bietet der MABO-Fragebogen objektive Normwerte, die einen Branchenvergleich ermöglichen.

Dieses Instrument lässt die erforderliche Variabilität von Unternehmen hinsichtlich der Belastungsfaktoren durch seinen modularen Aufbau der Befragung zu. Die Vorgehensweise der MABO kombiniert Standardfragen zur psychischen Belastung nach gesetzlichen Anforderungen mit zusätzlichen Fragen der Belegschaft zu anderen Themen der Organisationsentwicklung. In einer Vorbefragung der Beschäftigten werden Einzelantworten im ersten Auswertungsschritt zu abstrakten Themenbereichen verdichtet, geclustert und daraufhin im Fragebogen für das Unternehmen ergänzt. Die Sicherstellung der zwingend erforderlichen Anonymisierung ist hiermit gewährleistet. Die Ermittlung der Häufigkeiten und Gewichtung der Themen zeigen ihre Bedeutung für die Organisation, die sich mit dem messbaren Nutzen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten kann. Zusätzlich wird durch diesen partizipativen Ansatz eine überdurchschnittlich hohe Rücklaufquote der Belegschaft erreicht.


Die Normwertbetrachtung der skalierten Fragen und die identifizierten Themencluster unterstützen die Organisationsleitung darin, auf die Belange der Mitarbeitenden einzugehen und konkrete Verbesserungsmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten. Auf diese Weise fühlen sich die Beschäftigten während des Prozesses in hohem Maße wertgeschätzt und ernst genommen, was zu einem gesunden Arbeits- und Organisationsklima führt. Die Maßnahmen werden im Anschluss mit der Belegschaft in Workshops spezifiziert und umgesetzt. Im letzten Schritt erhält das Unternehmen eine abschließende Dokumentation des gesamten Gefährdungsbeurteilungsprozesses.


Die für das Unternehmen daraus resultierenden wertvollen Informationen dienen als essenzielle Grundlage zur effizienten, resilienten Personal- und Organisationsentwicklung, sodass es an seinen Schwächen arbeiten kann.

Damit ist der Fragebogen sowohl breit einsetzbar als auch spezifisch genug, um relevante Handlungsempfehlungen als auch zutreffende Entscheidungshilfen zu liefern. Die Gefährdungsbeurteilung ist keineswegs als eine einmalige Erhebung zu betrachten, sondern vielmehr als eine sich wiederholende, kontinuierliche Optimierung von Strukturen, Abläufen und der Unternehmenskultur.


Das MABO-Verfahren mit Lene in a nutshell:

Phase 1

Festlegung der Arbeitsbereiche und Vorbefragung der Beschäftigten

Phase 2

Befragung der Beschäftigten und Datenerfassung

Phase 3

Ergebnispräsentation im Unternehmen und Umsetzung der Maßnahmen

Phase 4

Überprüfung der Wirksamkeit der Maßnahmen

Als offizieller Kooperationspartner der Universität Kassel integriert Lene Health dieses exklusive modulare Analysetool in einer smarten digitalen Plattform und revolutioniert somit die aufwändige psychische Gefährdungsbeurteilung für Unternehmen.


Die steigende Zahl an Erwerbsunfähigkeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen zeigen die Notwendigkeit des Handelns auf. Lene Health hilft die MABO stetig weiterzuentwickeln und diese an die Anforderungen der Unternehmen anzupassen. Auf diesem Wege kommt die wissenschaftliche Arbeit der Universität Kassel zur praktischen Anwendung und verringert gleichzeitig das psychische Gefährdungspotenzial vieler Arbeitnehmenden in den unterschiedlichsten Branchen.


bottom of page